Der Normalarbeitsvertrag in der Schweiz

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Veröffentlicht am 10.28.2016 von

Der Normalarbeitsvertrag in der Schweiz grenzt sich vom gesamten Arbeitsvertrag ab. Im NAV werden unterschiedliche Arbeitsverhältnisse nach Inhalt, Beendigung und Bestimmungen über den Abschluss geregelt. In einem Normalarbeitsvertrag können zum Beispiel Maßnahmen zu Mindestlöhnen verankert werden. Der NAV ist so gesehen dem Wortlaut nach eine behördliche Verordnung, die in der Schweiz von der Regierung des Kantons oder vom Bundesrat erlassen werden kann. Der NAV ist damit kein richtiger Vertrag.

Für wen wird der NAV verwendet?

Grundsätzlich wird der NAV hergenommen, wenn es keinen schriftlichen Arbeitsvertrag gibt oder wenn ein schriftlicher Arbeitsvertrag keine Regelungen enthält, die für Arbeitgeber und Arbeitnehmer wichtig und schützend sind. Alle Arbeitnehmer aus einer bestimmten Branche unterstehen dem Normalarbeitsvertrag. Wird ein NAV zum Beispiel im Bereich der Landwirtschaft in einem bestimmt Kanton verwendet, sind alle Mitarbeiter in diesem Kanton dem NAV unterstellt. Im NAV sind alle Regelungen diesbezüglich niedergeschrieben, insbesondere Ausnahmen die für Betriebsinhaber oder direkte Familienangehörige vorgesehen sind.

Was wird im NAV geregelt?

Der Normalenarbeitsvertrag ist in der Schweiz für bestimmte Arbeitnehmer geregelt und einheitlich festgelegt, die sich aber auch abändern lassen. Der NAV ist sozusagen eine Richtlinie und soll den notwendigen Schutz für den Arbeitnehmer beinhalten. Jeder Arbeitgeber kann in einem Einzelarbeitsvertrag von diesem Arbeitsvertrag seine eigenen Regelungen aufnehmen und damit vom NAV abweichen. Die vorgeschriebenen gesetzlichen Bestimmungen des Obligationenrechtes in der Schweiz müssen aber zwingend in jedem NAV beachtet werden.

Ist ein NAV nicht auf diese Vorschriften ausgerichtet, kann er anfechtbar sein. Ein Normalarbeitsvertrag wird häufig dann geschlossen, wenn die sich die Arbeitnehmer nicht in einer Gewerkschaft organisiert haben und deshalb keinen Gesamtarbeitsvertrag bekommen. Der zwingende Schutz für den Arbeitnehmer wird dann im NAV geregelt. Im NAV werden zudem inhaltlich das Arbeitsverhältnis aufgestellt und die Bestimmungen für Abschluss und Beendigung des Arbeitsvertrages festgelegt. Auch Probezeit, Kündigungsfristen oder Überstundenregelungen können in einem Normalarbeitsvertrag aufgeschrieben werden, wenn kein sonstiger anderer Arbeitsvertrag hier Regelungen enthält.

Der NAV ist sozusagen eine Richtlinie und soll den notwendigen Schutz für den Arbeitnehmer beinhalten.

Die NAV Mindestlöhne

Der NAV bietet auch einen Schutz für den Arbeitnehmer durch Mindestlöhne, die von der zuständigen Behörde erlassen worden sind. Gibt es in bestimmten Berufen oder Branchen missbräuchlich angewandte oder auch branchenübliche Lohnauszahlungen, können diese in einem NAV auf das Mindestlohnniveau angehoben werden und damit festgelegt werden. Mindestlöhne gelten immer für eine gesamte Branche und können zugunsten des Arbeitnehmers verändert werden.