Was regelt der Gesamtarbeitsvertrag?

Home  /  Blog  /  Was regelt der Gesamtarbeitsvertrag?

Veröffentlicht am 11.14.2016 von

Gesamtarbeitsvertrag ist nach Schweizer Obligationenrecht eine Vereinbarung zur Regelung sämtlicher Arbeitsbedingungen. Zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft werden hier die Bestimmungen über den Vertragsabschluss, den Arbeitsvertrags-Inhalt und die Beendigung des Vertragsverhältnisses bestimmt.

Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Arbeitgeberverbände müssen die Arbeitsbedingungen und Arbeitsverhältnisse zwischen den einzelnen Parteien vertraglich regeln. Ein Gesamtarbeitsvertrag kann so zum Beispiel zwischen Arbeitgebern und einer Gewerkschaft oder zwischen einem einzelnen Unternehmen abgeschlossen werden. Sämtliche gesetzliche Regelungen für einen Gesamtarbeitsvertrag sind im Obligationenrecht ab Art. 356 niedergeschrieben.

Sämtliche gesetzliche Regelungen für einen Gesamtarbeitsvertrag sind im Obligationenrecht ab Art. 356 niedergeschrieben

Was wird im GAV geregelt?

In erster Linie werden drei Arten von Bestimmungen in einem Gesamtarbeitsvertrag festgehalten.

Dies beinhaltet:

Normativen Bestimmungen, welches den klassischen Inhalt eines Arbeitsvertrages meint, bei dem Abschluss, Inhalt und die eventuelle Beendigung des Einzelarbeitsvertrages festgelegt wird. Auch die Höhe des Lohns oder eine eventuelle Überstundenvergütung wird hier festgehalten.

Schuldrechtliche Bestimmungen

Diese sind nötig, um den Vertragspartnern und Parteien die Rechte und Pflichten aufzuzeigen. Dazu gehört zum Beispiel auch eine Friedenspflicht, welche bedeutet, dass Arbeitnehmer auf Streiks während der Dauer eines Gesamtarbeitsvertrages verzichten.

Indirekt schuldrechtliche Bestimmungen

Diese sind im GAV festgehalten, um die Verpflichtungen gegenüber der Parteien festzulegen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um eventuell Konventionalstrafen, wenn ein Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer Bestimmungen aus dem gesamten Gesamtarbeitsvertrag verletzt.

Eine grundlegende Funktion des GAV ist es, den Arbeitnehmer zu schützen, da dieser als schwächste Partei angesehen wird und vor Ausnutzung durch einen Arbeitgeber geschützt werden muss. Andersherum wird aber auch der Arbeitgeber geschützt, indem im GAV der sogenannte Arbeitsfrieden festgehalten ist, der den Arbeitnehmer dazu verpflichtet auf Maßnahmen gegen das Unternehmen, sogenannte Kampfmaßnahmen, zu verzichten.

Eine grundlegende Funktion des GAV ist es, den Arbeitnehmer zu schützen, da dieser als schwächste Partei angesehen wird

Gewerkschaftsmitglieder und Arbeitgeberverband

Die Mitglieder eines Arbeitgeberverbandes und die Gewerkschaftsmitglieder sind die Beteiligten in einem GAV. Der Gesamtarbeitsvertrag beinhaltet Bestimmungen für die beteiligten Arbeitgeber, die immer angewendetes gewandtes Recht darstellen. Es gibt aber auch die Möglichkeit eines Abschlusses eines GAV bei der sogenannten Allgemeinverbindlichkeitserklärung. Dafür ist aber eine Beantragung bei der Kantonsregierung oder beim Bundesrat notwendig. So kann ein können Vertragsmitglieder eines Berufsstandes beim Bundesrat einen allgemeinverbindlichen Vertrag beantragen. Wird ein Unternehmen übertragen bleibt der GAV bestehen und schützt die Arbeitgeber binnen eines Jahres, sofern dieser vorher nicht abläuft oder gekündigt wurde.