Revisionsstelle

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Als Revisionsstelle bezeichnet man ein Organ der Aktiengesellschaft, der einige Aufgaben aufgelegt wurden, damit die anderen Organe der Aktiengesellschaft kontrolliert werden. Dabei sieht das Aktienrecht in der Schweiz zwei Prüfungsvarianten vor, und zwar die ordentliche Revisionspflicht und die eingeschränkte Revisionspflicht. Bei der ordentlichen Revision hat die Revisionsstelle die Aufgabe der Einholung von Richtigbefundsbestätigungen bei Kunden und Lieferanten. Bei der eingeschränkten Revision besteht diese Vorgabe nicht. Die Revisionsstelle hat zudem im Rahmen der ordentlichen Revision auch die Aufgabe der Prüfung des internen Kontrollsystems (IKS) und die Empfehlung der GV pro Annahme der Jahresrechnung. Eine umfassende Berichterstattung ist ebenfalls im Rahmen der ordentlichen Revision vorgeschrieben. Auch wenn die Revisionsstelle bei einer Aktiengesellschaft ein Pflichtorgan ist, kann der Verwaltungsrat einen Revisionsverzicht (opting out) beschließen. Das heißt die Aktiengesellschaft kann sich bei der Erfüllung von bestimmen Voraussetzungen der Revisionspflicht entziehen. Dabei erfordert ein schon bei der Gründung der AG vorgesehener Revisionsverzicht die Erklärung des Revisionsverzichts schon in der Gründungsurkunde. Bei einer bestehenden Aktiengesellschaft kann ein Revisionsverzicht erklärt werden, wenn die Aktiengesellschaft nicht mehr als 10 Vollzeitstellen hat im Jahresdurchschnitt und die Aktionäre alle dem Verzicht auf die Revision zugestimmt haben. Eingetragen wird die Revisionsstelle einer AG nur dann ins Handelsregister, wenn diese bei der Eidgenössischen Revisionsaufsichtsbehörde registriert ist. Ob ein entsprechender Eintrag vorliegt muss vor dem Eintrag ins Handelsregister geprüft werden.

Aufgaben und Pflichten der Revisionsstelle

Die Revisionsstelle hat eine ganze Reihe von Aufgaben zu bewältigen. Hierzu gehört das Recht auf Dokumentenzugang der AG und kann ein Fragerecht gegenüber dem VR ausüben. Des Weiteren hat die Revisionsstelle auch einen Informationsanspruch auf Bildung und auf Auflösung von Wiederbeschaffungsreserven. Die Pflichten der Revisionsstelle erstrecken sich auf die Dokumentierungspflicht der Prüfungstätigkeit und die Revisionsbericht-Aufbewahrungspflicht für die Zeit von 10 Jahren. Dies alles geschieht natürlich unter Beachtung des Geschäftsgeheimnisses, und zwar vorbehältlich der Bekanntgabepflichten. Die Revisionsstelle hat schon bei der Gründung die Aufgabe, dass sie die qualifizierte Gründung herbeiführt, und zwar im Bezug auf die Prüfung der Sacheinlagen, der Sachübernahmen und der Gründervorteile sowie der Verrechnungsliberierung.

Wahl der Revisionsstelle

An eine Revisionsstelle werden bestimmte personelle Anforderungen gestellt. Es muss sich hierbei um einen zugelassenen Revisionsexperten handeln, der seinen Wohnsitz in der Schweiz hat. Die Revisionsstelle wird dabei berufen durch die Wahl auf Vorschlag des VR durch die GV einer Aktiengesellschaft oder kann auch durch einen Richter eingesetzt. Die Amtsdauer einer Revisionsstelle besteht drei Jahre lang, wobei eine Wiederwahl zulässig ist.
Die Organstellung von einer Revisionsstelle endet mit dem Zeitablauf ohne Wiederwahl oder durch Rücktritt.